Zeit für Zorn: Die Türsteherlesung "Dumm & Brutal"

Es heißt, Türstehen sei zu neunzig Prozent mental, der Rest wäre Kopfsache ...

Obwohl kaum jemand der Security an der Tür Kopflastigkeit unterstellen wird, brummt einem beim Monstersortieren in der Tiefe der Nacht doch oft der Schädel:
Souveräne Einschätzungen oft unübersichtlicher Situationen, rasche Entscheidungen, konziliantes Durchsetzen des Hausrechts gegenüber alkoholisierten Gästen. Und gegenüber besonderen Menschen mit besonderen Problemen. Frauen, Migranten und Rollstuhlfahrer inklusive. Das alles, ohne straffällig zu werden, während Straße und Club weitgehend unter ständiger Videoüberwachung stehen. Da hilft manchmal halt doch nur die Kopfnuss im toten Winkel.
Während der Türsteherlesung wird das Publikum in das Paralleluniversum des Hamburger Nachtlebens entführt.
Keine Groteske wird ausgelassen, selbst die ungeschminkte Fratze des partywütigen Pinnebergers glotzt den Gästen entgegen.
Lassen Sie sich überraschen - aber lachen Sie nicht!

Das Ensemble
Viktor Hacker: Mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in punkto Türsteherei rund um den Hamburger Kiez werden von dem Ex-Berufssoldaten mit langjähriger Dienstzeit in einer Spezialeinheit ebenso verbal wie mimisch auf den Punkt gebracht. Dabei setzt er voll und ganz auf seinen wandlungsreichen Bariton, den er als ausgebildeter Synchronsprecher und Kabarettkünstler trefflich für seine Bühnenpräsenz in Szene zu setzen weiß. Purer Sarkasmus und feine Ironie gepaart mit einem gehörigen Schuss hinterhältigen Humors sind seine Waffen, wenn es gilt, dem Publikum gerne einmal den Gästespiegel vorzuhalten oder sich über seinen eigenen Job als Türmann im Nachtleben lustig zu machen. Auf den zahlreichen Kleinkunstbühnen der Hansestadt Hamburg ist er regelmäßig mit unterschiedlichen Programmen zu sehen. Neben der „Türsteherlesung" gehören dazu auch wiederholte Auftritte als Gast der „Lesebühne Längs" und mit dem Ensemble „Feuerbrüder" (ein bunter Abend mit Carsten Pape, Armin Sengbusch und Viktor Hacker - Kleinkunst mit Lyrik, Lala und tollen Texten in Vollendung). Als Türmann in drei Lokalitäten auf dem Hamburger Kiez aktiv: Molotow, Roschinskys und headCRASH.

Mark Büttner: Mark war Mitte der neunziger Jahre auch im deutschen Heer, stieß dort mit seinem Verständnis von Kampf als Rausch und Ekstase aber selten auf Verständnis - und wenn, dann nur bei einigen Unteroffizieren.
Daher kaufte er sich von seinem Wehrsold eine alte Harley und suchte andere Möglichkeiten zur epischen Gegenwartsüberhöhung. Er wurde Türsteher auf der Reeperbahn.
Kritiker mögen dabei seine hagere Gestalt belächeln, manche meinen sogar, er sähe so klapprig aus wie ein toter Turkmene. Oder wie ein polytoxikomaner Iraner.
Es ist ihm egal, denn er hat schon früh erkannt, dass man seine Gegner nicht mit Fleisch, sondern mit Knochen umschlägt. Knochen sind hart und werden vor allem vom Zorn beschleunigt.
Als Türsteher arbeitet Mark seit langem nicht mehr - möglicherweise, weil die aktuell hohe Polizeipräsenz auf dem Kiez ihm den Spaß verdorben haben könnte, vielleicht aber auch einfach nur, weil er irgendwann den Ernst der Lage erkannt hat.
Er arbeitet immer noch gern mit Menschen, und ab und an lädt ihn die Bundeswehr ein - als Feinddarstellung für Feldjäger und Unteroffizieranwärter.
Man sagt ihm nach, dass es sein größter Traum wäre, die Waffengattung der Kradschützen wieder zum Leben zu erwecken.
Niemand weiß, was wirklich in seinem Kopf vorgeht ...

Henning Geisler: Bremer des Jahrgangs 1967, Politologe, Sozial- und Wirtschaftshistoriker, Übersetzer, Old School-Metal- und Punk-DJ mit dem unausprechlichen Nom de guerre „Fhtagn", Kiez-Blogger, überzeugter Pen & Paper-Rollenspieler und Ex-Fantasyladenbetreiber kam zum Türstehen wie die Jungfrau zum Kinde.
Ein Engel erschien in finsterer Nacht und verkündigte ihm „Frohlocke! Du bist von höchstoben auserwählt, Dir die Nächte und auch andere Menschenkinder (sofern sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit sich führen, der sie für volljährig erklärt) im Dienste des Betreibers um die Ohren zu hauen. Halleluja!" Und so steht Henning, im Gegensatz zu seinen Bühnengenossen im Übrigen Kriegsdienstverweigerer, bis auf den heutigen Tag schon ca. 10 Jahre vorm Molotow und anderen Hamburger Kiez-Etablissements, versucht dabei erfolglos möglichst grimmig auszusehen und arbeitet am perfekten und universalverständlichen „Nein!".

10,00 €

Warenkorb

Noch kein Inhalt.